Kalt, nass und windig präsentierte sich das Münsteraner Wetter am Sonntagnachmittag und bildete damit die Bühne für einen „dreckigen“ Drittliga-Fight an der Hammer Straße. 13.128 Zuschauer und die Akteure auf dem Platz trotzten den widrigen Bedingungen und erlebten eine selten glanzvolle, aber intensive Partie. Das bessere Ende hatten dabei die Preußen auf ihrer Seite, die endlich wieder einen Heimsieg bejubeln durften und beim 1:0-Erfolg gegen Fortuna Köln erstmals in der laufenden Spielzeit ohne Gegentreffer blieben.
„Wir sind total glücklich über den Sieg, wissen das Spiel aber auch einzuordnen. Fortuna Köln hat wie gewohnt stark verteidigt, ist nicht umsonst die stärkste Defensive der Liga. Wir wollten in der zweiten Halbzeit die Schlagzahl erhöhen, das ist uns leider nicht gelungen. Im Gegenteil, wir kriegen viele Tempogegenstöße gegen uns. Uns war klar, dass wir eine sehr starke Defensive brauchen. Sicherlich hatten wir heute auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite. Insgesamt war es ein hart erkämpfter und auch dreckiger Sieg. Dass wir auch zu null spielen, tut unserem Selbstvertrauen gut. Gerade nach den intensiven Wochen und den Spielen, in denen wir eine Führung hergegeben haben“, sagte Cheftrainer Thomas Wörle nach dem Spiel.
Nach dem Pokalerfolg gegen die SG Wattenscheid am Dienstag und zum Ende der zweiten englischen Woche in Serie empfingen die Adlerträger den Drittliga-Aufsteiger im LVM-Preußenstadion. Dabei erhielt Matthis Harsman, der bereits im Westfalenpokal zwischen den Pfosten stand, auch in der Liga den Vorzug vor Schlussmann Morten Behrens. Nach seiner Verletzung feierte außerdem Mannschaftskapitän Niko Koulis sein Comeback in der Liga. Auch Philipp Maier, der die letzten beiden Punktspiele krankheitsbedingt passen musste, meldete sich zum Duell gegen die Südstädter in der Startelf zurück.
Die Adlerträger waren von Beginn an um Tempo und Spielkontrolle bemüht, trafen aber auf tief verteidigende und defensiv gut sortierte Gäste, die meist mit sieben bis acht Mann hinter dem Ball agierten. Bei dieser Ausrichtung nicht überraschend stellen die Kölner derzeit die beste Abwehr der Liga. Und so blieben die hochkarätigen Chancen (auf beiden Seiten) weitestgehend aus. Am nächsten am Torerfolg war Babis Makridis mit einem satten Distanzschuss (34.). Noch knapper war es etwa zehn Zeigerumdrehungen später, als Maximilian Fischer am Aluminium scheiterte. Es war der erste Torschuss der Gäste.
Nach dem Seitenwechsel musste von den Adlerträgern offensiv mehr kommen, um hier drei Punkte einzufahren, doch es war die Fortuna, die gleich dreifach für Gefahr sorgte. Zweimal konnte Harsman sich dabei auszeichnen. Köln – im ersten Durchgang kaum in Erscheinung getreten – witterte seine Chance und wurde immer mutiger. Mit einem Doppelwechsel wollten die Münsteraner dem entgegenwirken – Mikail Demirhan und Samuel Althaus kamen für Joshua Mees und Wesley Adeh in die Partie. Mit einem beherzten Distanzschuss meldete sich Demirhan auch umgehend an.
In der 78. Minute dann die Erlösung! Lukas Zeller eroberte einen zweiten Ball und flankte in die Box. Dort stieg Babis Makridis am höchste und nickte zur 1:0-Führung ein. Makridis hätte in der 84. auch das 2:0 Markieren können, als er einen Konter nahezu perfekt ausspielte, Kevin Krumme das Leder aber mit einer Glanztat von der Linie kratzte. Die Schlussoffensive der Gäste überstanden die Preußen mit viel Einsatz, Kampf und Leidenschaft und fuhren so einen „dreckigen“ Heimsieg ein.
Daten zum Spiel
Aufstellung SCP: Harsman – Zeller, Koulis (Paetow, 80.), Dietrich – Rösch (Kolbe, 73.), Adeh (Althaus, 64.), Maier, Varelmann –, Mees (Demirhan, 64.), Higl, Makridis
Aufstellung FOR: Winkler, Strauch, Haider, Fünger, Fischer – Bröger (Harenbrock, 66.), Krumme (Al Ghaddioui, 87.), Stamilewicz – Wirtz (Mause, 66.), Aigbekaen (Garcia, 82.), Bornemann (Thier, 82.)
Tor: 1:0 Makridis (78.)
Gelbe Karten: Maier, Zeller, Higl / Stanilewicz
Schiedsrichter: Michael Näther
Zuschauer: 13.182
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