Für die U23 des SC Preußen Münster endete das Derby gegen Arminia Bielfeld am Sonntag nach einer dramatischen und höchst emotionalen Schlussphase mit 2:3. Nachdem die Adlerträger das Spiel über weite Strecken hinweg dominieren konnten und so verdient in Führung lagen, ignorierten die Bielefelder kurz vor Ende das Fair Play und erzielten im Anschluss den Ausgleich. „Aus meiner Sicht war das eine unsportliche Aktion des Gegners. Wir spielen den Ball für eine Behandlung raus und anstatt, dass sie uns den Ball zurückwerfen, werfen sie ihn in die Box und erzielen das 2:2“, kommentiert Preußen-Coach Kieran Schulze-Marmeling die wohl spielentscheidende Situation. 

Dabei hatten die Preußen zuvor eigentlich alles im Griff. „Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Wir waren dem Gegner überlegen und hatten viele Torchancen“, berichtet Schulze-Marmeling. Folgerichtig gingen die Adlerträger nach starker Vorlage von Moritz Krause durch Toni Schroer (35.) in Führung. Kurz vor der Pause bot sich den Hausherren aus Ostwestfalen dann erstmals eine gute Gelegenheit, doch Preußen-Keeper Paul Ervens konnte diese mit einer starken Tat vereiteln. Nach dem Seitenwechsel boten sich den Münsteranern zahlreiche Möglichkeiten, um den Vorsprung auszubauen. „Toni Schroer schießt einen Elfmeter an die Latte und scheitert knapp zwei Minuten später abermals am Aluminium. Dann hatte auch Zakaria Anhari zwei Abschlüsse, die der Torwart gut hält. In dieser Phase hätten wir erhöhen müssen“, erzählt der U23-Coach

Starke Reaktion nach glücklichem Ausgleich  

Daraufhin kam es, wie es kommen musste: Bielefeld schlug nach einer Ecke in Person von Leo Weichert (70.) zu und erzielte so den glücklichen Ausgleich. Doch auch davon ließen sich die Preußen nicht unterkriegen. „Ich fand es sehr beeindruckend, wie wir nach dem Ausgleich zurückgekommen sind.“ Nach starker Vorarbeit von Finn Noack brachte Zakaria Anhari die Preußen in der 83. Minute erneut in Führung. Darauf folgte dann der umstrittene 2:2-Ausgleich der Bielefelder durch Onur Yazman (87.). „Wir hatten einen verletzten Spieler am Boden und sie haben nicht rausgespielt – das ist völlig legitim“, erläutert Schulze-Marmeling und führt aus: „Dann erobern wir den Ball und spielen ihn selber raus, damit behandelt werden kann.“ Darauf gingen die Arminen allerdings nicht ein. Auf den Ausgleich folgte dann eine sehr emotionale Phase des Spiels, in der den Bielefeldern sogar noch der Treffer zum 2:3 durch Clemens Förster (90. +5) gelang.  

Trotz der unglücklichen Niederlage nahm Schulze-Marmeling sein Team klar in Schutz: „Es tut mir sehr leid für unser Team. In Summe war es kein verdienter Sieg für den Gegner. Wir waren die bessere Mannschaft und hatten mehr Torchancen. Natürlich sind drei Gegentore zu viel, aber für das, was in den letzten fünf Minuten passiert ist, halte ich meine Hand schützend über meine Mannschaft. Ich glaube, es ist sehr menschlich, da emotional zu reagieren und vielleicht einen Fehler zu machen. Wir haben eine unserer bisher besten Leistungen gezeigt und werden weiter daran anknüpfen.“  

Text: Linus Otte 

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