Zum Ende der englischen Woche und vor dem Beginn der ungewöhnlich langen Länderspielpause unterlag der SC Preußen Münster vor 9.698 Zuschauern (darunter mehr als 800 Preußenfans) beim SV Waldhof Mannheim mit 0:2. In einer umkämpften Partie, die unter schwierigsten Platzbedingungen selten gehobenes fußballerisches Niveau bieten konnte, blieb das Happy End nach Rückstand diesmal aus.
Das Trainerteam nahm abermals drei Wechsel in der Startelf vor: Rico Preißinger, Felix Higl und Montell Ndikom starteten für Samuel Althaus, Marvin Schulz II und Babis Makridis. Für Ndikom war es das erste Spiel von Anfang an seit dem 1:1-Unentschieden gegen Ingolstadt. In den letzten beiden Partien kam er nach Krankheit jeweils von der Bank und brachte ordentlich Schwung ins Spiel.
Vor dem Spiel sprach Preußencoach Tom Wörle bei Magenta Sport über die „Comeback-Qualitäten“ seines Teams. Und die waren im Carl-Benz-Stadion erneut früher gefordert als erhofft, weil die Adlerträger einmal mehr schnell in Rückstand gerieten. Aus fast 25 Metern zog der kaum bedrängte Julian Riekmann volley ab und traf passgenau in den Knick. Da war in der neunten Minute für Morten Behrens im Kasten nichts zu machen.
Die Adlerträger brauchten eine ganze Weile, um ins Spiel zu finden, doch nach knapp 25 Minuten führten sie dann ein paar gefällige Angriffe Richtung Strafraum und kamen so zu Eckbällen oder langen Einwürfen für Torge Paetow. Ein Abschluss von Ryan Johansson war nach 31 Spielminuten der erste Schuss aufs gegnerische Tor. Der Waldhof verwaltete seine knappe Führung durch viel Ballbesitz aber wenig Zug zum Tor. Die Preußen waren zwar bemüht, leisteten sich aber bei eigenem Ballbesitz und ihrem von langen Bällen geprägten Spiel zu viele Ungenauigkeiten und wirklich in die heiße Zone vorzustoßen. Apropos heiße Zone: Darnell Keumo zog kurz vor der Pause aus spitzem Winkel ab und verfehlte das Tor nur knapp.
Auch nach dem Seitenwechsel wollten die Münsteraner den Ausgleich, kamen aber zu selten wirklich gefährlich vor das gegnerische Tor. Mit dem Doppelwechsel Althaus/Makridis für Preißinger/Varelmann sollten nach einer guten Stunde frische Kräfte für frischen Wind sorgen. Es war eine Partie mit hoher Intensität, die aber auf beiden Seiten zu wenig Torgefahr erzeugte. In der 83. Minute zappelte der Ball dann im Netz, doch der Assistent entschied auf Abseits, weil er die Sicht von SVW-Schlussmann Nijhuis behindert sah. Zuvor hatte Ndikom – wie schon am Mittwoch gegen Saarbrücken – vom Strafraumrand das Leder perfekt getroffen.
Kurz darauf: Flanke von rechts, Masca setzte sich gegen Paetow durch und brachte den Ball mit einem Flugkopfball im Netz unter. Paetow reklamierte – aus unserer Sicht zu Recht – in dieser Szene ein Foulspiel, doch der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Damit war der Deckel drauf.
Thomas Wörle: „Für uns war es mal wieder kein guter Start ins Spiel. In der Folge haben wir uns schwergetan, gegen das frühe Gegentor anzugehen. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, deutlich mehr Intensität ins Spiel zu bringen. Es war sehr viel Kampf, sehr viel Stückwerk. Wir haben natürlich auch versucht, über Standardsituationen und die zweiten Bälle zu Gelegenheiten zu kommen, aber das ist uns heute nicht so gelungen, wie zuletzt. Es ist sehr schade, dass wir wieder einmal so lange einem Rückstand hinterherlaufen. Ein paar Mal haben wir es geschafft, zurückzukommen. Aber das klappt nicht jedes Mal.“
Spieldaten
Aufstellung SVW: Nijhuis – Klünter, Ogbemudia, Kammerknecht, Keumo (Thalhammer, 84.) – Rieckmann, Müller – Bierschenk (Mendes, 84.), Thill (Masca, 62.), Michel (Okeke, 84.) – Goncalo Gregorio (Ulbricht, 76.)
Aufstellung SCP: Behrens – Paetow, Zeller, Tikvic – Kolbe (Tasov, 77.), Maier (Stuhlmacher, 86.), Preißinger (Althaus, 65.), Varelmann (Makridis (65.) – Ndikom, Higl (Schulz, 77.), Johansson
Tore: 1:0 Rieckmann (9.) 2:0 Masca (87.)
Gelbe Karten: Thill / Preißinger, Paetow, Zeller
Schiedsrichter: Benny Henry Uhrig
Zuschauer: 9.698
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