Anfangs etwas behäbig, nach der Halbzeit aber druckvoll und in jedem Moment voll fokussiert: Am Mittwochabend hat der SC Preußen Münster die Pokalhürde SpVgg Vreden souverän gemeistert und dank eines 3:0-Auswärtssieges erfolgreich das Ticket für die zweite Runde des Krombacher Westfalenpokal gelöst. Cheftrainer Thomas Wörle sah eine Mannschaft, die die Aufgabe beim Oberligisten „sehr seriös genommen“ und „super verteidigt hat.“
„Der Gegner hat alles reingeworfen. Aber wir haben es nicht zugelassen, dass Vreden nochmal ins Spiel kommt“, stellte Wörle fest, der die Atmosphäre an der Ottensteiner Straße sichtlich genoss: „Auch von uns waren viele Fans da, insgesamt war es ein toller Pokalabend.“
Das mit 3.000 Zuschauern ausverkaufte Hamaland-Stadion präsentierte ein Bild, das Fußballromantikern gefallen haben dürfte: Dicht aneinandergedrängt versammelten sich die zahlreichen Besucherinnen und Besucher um das Grün, keine zwei Meter vom Spielgeschehen entfernt, der Bratwurstgeruch war bis auf den Platz zu vernehmen.
Dort hatte das Trainerteam im Vergleich zum 3:1-Auftaktsieg beim SV Wehen Wiesbaden kräftig durchgewechselt. Unter anderem durfte Neuzugang Samuel Althaus sein Startelfdebüt im Adlertrikot feiern und bildete gemeinsam mit Jakob Korte die Schaltzentrale der Preußen. Dahinter hütete Matthis Harsman den Kasten. Lucas Zeller, Niko Koulis und Antonio Tikvic verteidigten im Dreierverbund. Auf den Schienen starteten die beiden Youngsters Leon Tasov und Niklas Varelmann, im Angriff durfte Mika Stuhlmacher zusammen mit Mikail Demirhan und Marvin Schulz Jr. ran.
Wie erwartet, entpuppte sich der Gastgeber als unangenehmer Gegner, der höchstgewillt war, dem Drittligisten ein Bein zu stellen. Die Hausherren verzeichneten auch den ersten Abschluss der Partie. Maximilian Hinkelmann, am Wochenende in der Oberliga noch gegen den TuS Hiltrup (2:0) erfolgreich, zog aus der Drehung am Tor vorbei (8.). Neun Minuten später zeigte sich der Favorit von seiner eiskalten Seite: Langer Ball von Harsman, perfekte An- und Mitnahme von Schulz, souveräner Abschluss. Erste Chance, erstes Tor – und im Anschluss die volle Spielkontrolle zugunsten der Adlerträger, die gegen diszipliniert verteidigende Vredener allerdings nur selten Torgefahr entwickelten.
Nach dem Seitenwechsel fanden die Gäste immer mehr Wege in die gefährliche Zone und erhöhten so die Schlagzahl. Koulis (48.), Tikvic (51.) und Demirhan (55.) verpassten es jedoch, aus aussichtsreicher Position nachzulegen. Letzterer machte es nur wenige Momente später besser und verwertete eine perfekte getimte Flanke von Schulz zum 2:0 (58.). Das Eigengewächs hatte fünf Minuten später die große Chance auf den Doppelpack, scheiterte jedoch am stark parierenden Tom Breuers.
Der SCP wollte nun die Entscheidung: Auch Althaus hatte das 3:0 auf dem Fuß, erwischte das Leder nach feinem Steckpass von Demirhan aber nicht optimal (67.). Kurz darauf zog der 19-Jährige aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbei (71.). Dem Mittelfeldspieler blieb der krönende Debüttreffer noch verwehrt, in der 77. Minute wurde Althaus für Sertdemir ausgewechselt.
Unterdessen hatte die Dunkelheit rapide zugenommen, der Mond hatte sich zunehmend vor die Sonne geschoben. Zum Höhepunkt der partiellen Sonnenfinsternis waren die Lichtverhältnisse gewöhnungsbedürftig, zum Fußballspielen allerdings gerade noch ausreichend.
Am Spielverlauf hatte sich derweil nicht viel geändert. Vreden riskierte nicht viel, Münster ließ nicht nach und kam durch den eingewechselten Louis Kolbe (85.), abermals Demirhan (86.) und Oscar Vilhelmsson (89.) zu weiteren Abschlüssen, bei denen sich der stark aufgelegte Bräuers auszeichnen durfte. Gegen Demirhans strammen Schuss aus etwa 17 Metern hatte der frühere Jungadler allerdings keine Chance (89.).
Spieldaten
Aufstellung VRE: Breuers – Nijand, Völker, Wiesweg, Mensing – Kondring (Schultealbert, 68.), Wüpping (Risthaus, 56.), Bleker (Geesink, 76.), Sinner (Schley, 56.) – Ostenkötter (Heynk, 68.), Hinkelmann
Aufstellung SCP: Harsman – Zeller (Dietrich, 77.), Koulis, Tikvic – Tasov (Kolbe, 70.), Korte, Althaus (Sertdemir, 77.), Varelmann – Stuhlmacher (Vilhelmsson, 59.), M. Schulz (Ndikom, 88.), Demirhan
Tore: 0:1 Schulz (17.) 0:2 Demirhan (58.) 0:3 Demirhan (89.)
Gelbe Karten: Völker / Stuhlmacher
Schiedsrichter: Lars Bramkamp
Zuschauer: 3.000




