Nur wenige Augenblicke nach der sportlichen Generalprobe der Profis gegen Southampton FC kam es auch für die U23 des SC Preußen zum sportlichen Härtetest vor dem Saisonauftakt. Das Aufeinandertreffen mit dem SC Victoria Hamburg war zugleich von historischer Bedeutung. Schließlich war der Hamburger Traditionsklub der erste Gegner des SCP bei der Eröffnung des LVM-Preußenstadions am 12. Juni 1926.
So manch ein Zuschauer war noch geblieben, um das Jubiläumsspiel in der Münsteraner Abendsonne zu verfolgen. Dabei sahen sie einen dominant beginnenden Preußenunterbau, bei dem auch Antonio Tikvic nach abgesessener Rotsperre Spielzeit sammelte. Die Mannschaft von Kieran Schulze-Marmeling belohnte sich für eine druckvolle Anfangsphase und ging durch ihren Kapitän Luca Steinfeldt früh in Führung (3.). „Gegen einen sehr reifen und abgezockten Gegner sind wir sehr gut ins Spiel gekommen, lassen uns aber durch die Passivität von Hamburg etwas einlullen“, merkt Schulze-Marmeling an.
Unbeeindruckt von dem Blitzstart der Gastgeber verteidigte der SCV tief und lauerte auf seine Chancen. Die er auch bekam: Pepe Bensch (21.) und Michael Gries (36.) drehten die Partie noch vor dem Pausenpfiff. „Die Qualität des Gegners haben wir direkt zu spüren bekommen“, so Schulze-Marmeling, dessen Team im zweiten Durchgang dem Rückstand trotz guter Gelegenheiten vergeblich hinterherlief. Stattdessen feierten die Hamburger mit dem verbliebenden Southampton-Anhang, der die „Boys in Yellow“ unterstütze, den Auswärtssieg im historischen Wiedersehen.
„Das Ergebnis hätten wir gerne mitgenommen. Ich glaube aber trotzdem, dass wir aktuell gute Fortschritte machen, auch wenn sich der Entwicklungsprozess bis in die Saison hineinziehen wird“, resümiert Schulze-Marmeling, der dem gesamten Spieltag trotz der 1:2-Niederlage viel abgewinnen konnte: „Insgesamt war es trotz des Ergebnisses ein besonderer Tag, der vielen Menschen viel Freude bereitet hat. Darunter auch unseren Jungs, die es genossen haben, vor so vielen Zuschauern zu spielen.“



