Nicht der HSV oder der FC St. Pauli – in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts war es der SC Victoria, der den Hamburger Fußball dominierte. 1895 gegründet, zählt der Club aus den Stadtteilen Hoheluft, Eppendorf und Lokstedt zu den ältesten Fußballvereinen Deutschlands und war zudem maßgeblich an der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes beteiligt. Wie der SC Preußen, der 1963 die Bundesliga mitbegründete, haben auch die Blau-Gelben aus dem hohen Norden den Deutschen Fußball nachhaltig mitgestaltet.

Die Wege beider Clubs kreuzten sich jedoch nur einmal. Am 12. Juni 1926, um genau zu sein, als die Spielstätte an der Hammer Straße erstmals ihre Pforten öffnete, war der SC Victoria der erste Gegner der Adlerträger im LVM-Preußenstadion. Kämpferische, aber überforderte Preußen hatten gegen die Blau-Gelben klar das Nachsehen und unterlagen mit 1:4. Kein erfolgreicher Start unsere Heimat, die in den kommenden Jahrzehnten jedoch viele glorreiche Schlachten und Siege erleben sollte.

Nun, 100 Jahre später, kommt es zum historischen Wiedersehen mit Victoria. Im Anschluss an das letzte Vorbereitungsspiel der Profis gegen den FC Southampton (15 Uhr) bestreitet die U23 am Samstag im LVM-Preußenstadion das Jubiläumsspiel gegen den Oberligisten aus der Hansestadt (17:15 Uhr) – ein Leckerbissen für alle Fußballromantiker. „Wir freuen uns wahnsinnig auf das Spiel. Es ist ein super Setting und ein ganz besonderes Event. Die Jungs haben sich verdient, sich auf so einer Bühne zu zeigen“, sagt Trainer Kieran Schulze-Marmeling, dessen Mannschaft selbstverständlich im Sondertrikot auflaufen wird.

Neben der nostalgischen Bedeutung der Partie bringt das Freundschaftsspiel natürlich auch eine sportliche Komponente mit sich. Für die Jungadler ist es die Generalprobe vor dem Saisonauftakt beim SV Schermbeck am 9. August. Unterdessen hat Victoria bereits sein erstes Pflichtspiel absolviert und dabei die Zweitvertretung von Eintracht Norderstedt auf dramatische Weise mit 3:2 bezwungen. „Es kommt eine Mannschaft auf uns zu, die schon im Ligabetrieb ist. Somit sind sie im Ablauf schon etwas weiter als wir – das macht es zum perfekten letzten Test“, ordnet Schulze-Marmeling die Partie weiter ein.

Text: Linus Otte 

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